Windpark-Planungen gefährden hiesige Moore

Moore sind für den Erhalt der Artenvielfalt von enormer Bedeutung. Gerade für verschiedene Vogelarten können sie als Brutgebiet, für Vogelschwärme (z. B. Kranich) während des Vogelzuges und zur Überwinterung (z. B. Sing- und Zwergschwan, Kornweihe) hohe regionale oder internationale Bedeutung aufweisen. Neue Windparks in zentralen Vogelrast- oder -brutgebieten verlangen höchste Vorsicht. Mehrere Konflikte bahnen sich deshalb leider derzeit im Moorgürtel zwischen Goldenstedt und Dümmer an. mehr

 

 

Bedrohte Moorheide mit fleißigen Schülern gepflegt

 

LOHNE  Geschafft. Mit viel Schweiß und Muskelkater engagierten sich jetzt tatkräftig 21 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Lohne mit Studienrätin Mechtild Möller für den praktischen Naturschutz im Lohner Moor. Im Rahmen mehrtägiger Projekttage fuhren sie umweltfreundlich per Fahrrad ins Hochmoor, um eine von aufkommendem Birkengestrüpp bedrohte, fast 2 Hektar große Moorheidefläche im Naturschutzgebiet so zu pflegen, dass sie ihre hohe Wertigkeit als Lebensraum seltener und gefährdeter Moorheidearten weiter erfüllen kann. Angeboten und geleitet  wurde dieses Projekt vom Biologen Ludger Frye vom Naturschutzbund (NABU) Lohne, der ehrenamtlich die naturschutzfachliche Betreuung vornahm und die Sondergenehmigung und Abstimmung der verantwortlichen Naturschutz-verwaltung einholte.

Wegen unzureichender Wiedervernässung auch im Schutzgebiet bedroht schnellwüchsiger Birkenaufwuchs über Beschattung und Verdunstung diese seltenen Biotope. Die auf feuchtes Offenland angewiesenen Moorarten verlieren so ihre Lebensgrundlage. Mit vom NABU bereitgestellten Astscheren und Handsägen gewappnet rückte deshalb die 6.-9. Klässler aus, um gemeinsam die Gebüsche abzukneifen und anschließend von der Heidefläche zu entfernen. Nebenbei kam auch der Spaß nicht zu kurz und Frye stellte engagiert Lebensraum und moortypische Tier- und Pflanzenarten vor. Als Besonderheit konnte zufällig ein schon verlassenes Ziegenmelker-Vogelnest begutachtet werden, eine Charakterart hiesiger Moore.

Als Abschluss besichtigte man die großflächigen industrielle Abtorfungs- sowie nasse Renaturierungsflächen im Aschener Moor. Dabei erfuhren die Gymnasiasten viel Neues zur Klimaschutzproblematik durch Torfabbau sowie unzureichende Wiedervernässung, denn der Torf auch hiesiger Moore verrottet, wie aktuelle Forschungen belegen, in unglaublichen Mengen unter Freisetzung klimaschädlicher Treibhausgase. Moorvernässung und Klimaschutz seien deshalb heute eine vordringliche gesellschaftliche Herausforderung, so Frye.

Radio-Streitgespäch zum Torfabbau, Klima- u. Naturschutz in den Mooren zwischen Vechta und Diepholz; von links: Josef Gramann (Firma Gramoflor, Vechta), Bernd Averbeck (NABU), Moderator  sowie Detlef Tänzer (Landkreis Diepholz); Foto: L. Frye / NABU 2008 Radio-Streitgespäch zum Torfabbau, Klima- u. Naturschutz in den Mooren zwischen Vechta und Diepholz; von links: Josef Gramann (Firma Gramoflor, Vechta), Bernd Averbeck (NABU), Moderator sowie Detlef Tänzer (Landkreis Diepholz); Foto: L. Frye / NABU 2008
OV vom 06.02.2007 OV vom 06.02.2007
Konflikt Klimaschutz und teils illegaler, industrieller Torfabbau im Lohner- / Aschener Moor; v.l.: R. Grösch, B. Averbeck, L. Frye und TV-Team von RadioBremen ; Foto: D. Tornow 2007 Konflikt Klimaschutz und teils illegaler, industrieller Torfabbau im Lohner- / Aschener Moor; v.l.: R. Grösch, B. Averbeck, L. Frye und TV-Team von RadioBremen ; Foto: D. Tornow 2007
Koordinierte Biotoppflege im Hochmoor; Foto: L. Frye / NABU 2007 Koordinierte Biotoppflege im Hochmoor; Foto: L. Frye / NABU 2007

Mehr zum Moorschutz des NABU

Zum Thema Moorschutz und Klimaschutz finden Sie weitere Infos hier

 

Naturschutzbund Deutschland

- Kreisgruppe Vechta e. V. -

 

   Uli Heitmann  / 1. Vorsitzender

Heinrichstraße 39

49413 Dinklage 

uli.heitmann@ewetel.net

           

  oder

 

Ludger  Frye / 2. Vorsitzender

Ahornstr. 13,  49393 Lohne

frye@nabu-lohne.de

  Tel (privat): 0 44 42 - 72 92 0

 

 

 

 

 

 

 

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